Die Frankfurter Brezelbuben

Wer kennt sie nicht, diese beliebten Frankfurter Originale, die seit Jahrzehnten traditionell durch die Frankfurter Apfelweinkneipen ziehen, um dort - immer schon mit Einverständnis der Apfelweinwirte - allerlei Gebäck zum Sofortverzehr anzubieten? Die Tradition stammt noch aus der Gründerzeit der Äbbelweikneipen, als es dort damals nur den Äpfelwein gab. Die Wirte boten noch keine Speisen aus eigener Küche an. Das folgte erst später. So waren die Wirtsleute froh, dass ihre trinkenden Gäste blieben und sich nicht etwa wegen Hunger auf den Heimweg machten. Heute werden die Gäste von den Wirten selbst verköstigt, aber die Tradition lebt !

Klingelingeling ! Brezel & Co !

Beim Gebäck handelt es sich um Brezel, also ein Salz-Laugen-Gebäck, Knusperstangen mit Kümmel, Schinken und Mohn, Käsestangen, Kokosmakronen und "Haddekuchen" (eine Frankfurt Art von Lebkuchen), welche aus geflochtenen Körben direkt an die Tische gebracht werden. Um auf sich aufmerksam zu machen, rufen die Brezelbuben keineswegs laut in die Runde. Sie bedienen sich auch keiner Hupe oder benutzen irgendwelche Verstärker oder etwa Lichtsignale - nein, sie klingeln ganz einfach. So ein Gebäckkorb ist nämlich immer mit einer Fahrradklingel ausgestattet.

Eine beliebte Tradition

Die Frankfurter Brezelbuben gehören zu einer raren Zunft; es gibt nur noch eine gute Handvoll von ihnen. Meist trifft man sie in der Altstadt von Frankfurt - Sachsenhausen, in den Apfelweinkneipen, Biergärten und Sommerterassen, aber auch auf Volksfesten wie dem Wäldchestag, dem Museumsuferfest, dem Mainfest und auf Straßenfesten in Bornheim und im Nordend. Und natürlich auch "uff de Gass" auf der Berger Straße!

Die Brezelbuben verkaufen auf eigene Rechnung. Natürlich freuen sie sich auch über Trinkgeld, noch mehr aber darüber, immer wieder herzlich begrüßt und nachgefragt zu werden. Sie gehören einfach dazu! Wer als echter Frankfurter mal nicht sofort Hunger auf das Gebäck hat, der nimmt sich welches mit - für zuhause und als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Auch, weil diese Tradition am Leben bleiben soll. Denn es muss sich für die Brezelbuben auch wirtschaftlich rechnen. Nicht jeder Tag ist ein Sonnentag. Das Gebäck ist immer ganz frisch - auch sonntags !

Jeder Brezelbub hat sein Revier

Die Frankfurter Brezelbuben haben meist ihre speziellen Kneipen, wo sie in ihren weißen Jacken immer wieder ihre Runden drehen und schon erwartet werden. Bei uns in der SONNE heißt der Brezelbub Frank Schatten, von allen liebevoll "Fränkie" ("Franky") genannt. Er gehört mit zu den ältesten - und wir kennen ihn immer nur gut gelaunt!

Die Haddekuchen gibt es nur bei den Brezelbuben - und manchmal auch verpackt als Touristensouvenirs. In Bäckereien sind sie im Allgemeinen nicht erhältlich.

Wir freuen uns über diese Tradition !

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Die Brezelbuben auf den Fotos: Claus Deppisch, Frank Schatten und Werner Pankrien.

Wir schenken reinen Apfel ein - Historisches Gasthaus ZUR SONNE